DAS LEBEN DER APRIL WYNTER – AUTORIN, BLOGGERIN UND BACKPACKERIN

Hallo liebe April ich freue mich ein Mitglied deines Bloggerteams zu sein und dir heute ein paar Fragen zu stellen, die uns als Leser, brennend interessieren. Du standest ja bereits schon Frage und Antwort bei Jandranka.loves.books Unter dem Thema : „Auf den Spuren der Entstehung zum Buch“. Heut geht es um dich als Autorin, Bloggerin und Backpackerin und natürlich auch um ein paar eigene Eindrücke zu deinem Buch „Nach oben führt auch ein weg hinab, welches am …Mai 2020 erschienen ist. Also los gehts …

 

84089025_2285252831575310_2798606110322327552_o1. Vielleicht möchtest du dich zu Beginn erst einmal selbst kurz vorstellen?

Mein Name ist April Wynter, 26 Jahre alt, leidenschaftlicher Bücherdrache, Weltenerkunderin und kreativer Kopf. Ich liebe es Geschichten zu erzählen, ob durch Bilder oder Worte. Dabei bediene ich mich am Leben selbst als Inspirationsquelle. Wenn mein Hogwartsbrief rechtzeitig angekommen wäre, würde ich im Ravenclaw Gemeinschaftsraum meinen Platz finden. Und wenn der Doctor vor meiner Tür stehen würde, wüsste ich nicht, ob ich mit ihm in die Vergangenheit oder Zukunft reisen wollen würde. Es gibt viel zu viele spannende Dinge auf der Welt, um sich nicht erkunden zu wollen.

2. Neben dem Schreiben und Bloggen, fotgrafierst du gerne und reist du gerne, ein echtes Multitalent. Wie bringst du all deine Hobbys und die Arbeit unter einen Hut?

Indem ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Früher habe ich das alles neben meinem Vollzeitjob gemacht. Doch ich hatte das Gefühl, dass mein Leben irgendwie ohne mich an mir vorbeizieht, weshalb ich beschloss, die Zeit anzuhalten und auf Weltreise zu gehen. Dort hatte ich die Zeit und die Möglichkeit alles auszuprobieren, was ich schon immer einmal machen wollte. Letztes Jahr im Oktober habe ich dann endlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

3. Wann hast du für dich die Perspektive in den Kopf gesetzt, „Autorin“ zu werden?

Während meiner Weltreise fasste ich endlich den Mut, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Vorher hätte ich mich das nie getraut. Aber auf Reisen trifft man so unglaublich spannende Menschen, die es auch irgendwie geschafft haben. Und wenn die es schaffen, warum ich dann nicht? Die eigentliche Intension Autorin zu werden, hatte ich allerdings schon in den ersten Wochen der Grundschule. Das Lesen und Schreiben faszinierte mich sofort und ich fand völlig neue Möglichkeiten, meine vielen Ideen festzuhalten und auszubauen.Bergkette-Kapiteltrenner-NofaeWh

4. „Nach oben führt auch ein weg hinab“ ist dein Debütroman, schlummern in einer Truhe noch andere begonnen Werke, die du vielleicht veröffentlichen möchtest?

Jede Menge. Dieses Jahr wird noch der erste Teil meiner 4-Teiligen Fantasy Reihe erscheinen. Dann steht ein weiterer Reiseroman an und ein größeres Projekt gemeinsam mit einer Illustratorin, an dem ich arbeite. Die zwanzigtausend weiteren Ideen müssen warten.

5. Wie lang hat der Schreibprozess von „Nach oben führt auch ein weg hinab“ angedauert?

Im August 2019 hatte ich die Idee zum Buch. Im Oktober habe ich es durchgeplant, geplottet und die Charaktere entwickelt. Während des NaNoWriMos im November habe ich dann das komplette Buch geschrieben. Ab Dezember steckte ich in der Überarbeitung, den ganzen rechtlichen Dingen und der Vorbereitung für die Buchboxen. Das Schreiben ist tatsächlich das, was am schnellsten vonstatten ging.

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6. Plottest du oder schreibst du einfach, was dein Kopf dir in dem Moment vorgibt?

NofaeWh habe ich komplett geplottet. Da ich eine Karte vor Augen hatte und wusste, welche Stationen der Roadtrip für Maddy bereithielt, fiel mir das recht einfach. Bei meinem Fantasyroman habe ich zum Beispiel einfach darauf losgeschrieben und mich immer wieder selbst überrascht. Dabei haben sich allerdings auch einige Logikfehler eingeschlichen, die ich im Nachgang ausbessern musste. In Zukunft werde ich eher beim Plotten bleiben. 100% kann man sowieso nicht alles vorplanen. Irgendwann machen die Charaktere doch, was sie wollen.

7. Welcher Charakter ähnelt dir am meisten?

Da ich zur Abwechslung (meiner Abwechslung, ihr kennt meine anderen Bücher noch nicht) einmal eine Protagonistin haben wollte, die mir nicht ähnlich ist, habe ich meinen Charakter irgendwie in Grandpa Stan einfließen lassen. Wobei ich bei weitem nicht so gelassen bin wie der alte Herr. Aber wir teilen die Leidenschaft zur Fotografie, sind gerne in der Natur, lieben das Abenteuer, sind neugierig auf neue Menschen in unserem Leben und können auch mal über uns selbst lachen.

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8. Bei den Protagonisten und ihren einzelnen Charaktereigenschaften, hast du sie mit Menschen aus deinem Umfeld verbunden, um sie dir besser vorstellen zu können?

Unterbewusst ja. Allerdings ähnelt nicht ein Charakter einer Person. Es ist eher ein Frankensteincharaktere. Die Szene mit dem Unterwäschemodel entspricht zum Beispiel einer realen Situation, die ich im Bekanntenkreis miterlebt habe. Wenn man sich die Aufmerksamkeit einer Person (zum Beispiel den Eltern) so sehr wünscht, aber nicht bekommt und sich daher die Aufmerksamkeit woanders sucht. In Form von Likes auf Instagram oder eben von Männern. Die Sache hatte mich damals ziemlich lange beschäftigt und sie passte so schön zu dem Social Media Thema. Für Maddy diente eine gute Freundin von mir als Inspiration. Sie ist ziemlich selbstbewusst und ich habe mich oft gefragt, wie würde sie in dieser Situation reagieren. Allerdings ist sie bei weitem sich so zickig, wie Maddy am Anfang. Es ist also nicht so, dass ich mein Umfeld in Bücher schreibe, sondern eher so, dass es mir hilft, die Reaktionen und das Verhalten meiner Charaktere zu bestimmen.

9. Welches Genre fällt dir leichter, bzw macht dir mehr Spaß zu schreiben, und wieso?

Ich habe bisher im Bereich Fantasy und Jugendroman geschrieben und liebe beides. Im Bereich Jugendroman gehe ich vor allem auf emotionale Themen ein. Ich beschäftige mich viel mit Gedanken und Beweggründen von Menschen und liebe es, mich in andere hineinzuversetzen. Mit einem eigenem Roman taucht man noch viel tiefer ab in ein solches Thema. In NofaeWh’s Fall war es die Social Media Sucht. Auf meiner Weltreise habe ich immer wieder beobachtet, dass viele nur noch reisen, um das perfekte Selfie zu schießen. Der Ort und der Moment waren egal. Hauptsache man hinterlässt in der Fakewelt einen guten Eindruck. Ich selbst habe irgendwann immer weniger Bilder von mir gemacht (Fotos machen ja, ich bin ja Fotografin ;-), aber keine Selfies mehr), weil mich diese Welt so angewidert hat. Mit dem Roman konnte ich irgendwie auch mein Statement in die Welt tragen. Zeigen, dass Social Media gefährlich werden kann, aber auch, dass es Chancen eröffnet.

Im Fantasy Bereich ist es unglaublich faszinierend sich eine eigene Welt, magische Wesen, politische Konstrukte und heldenhafte Reisen auszudenken. Die Welt der Mondlilie begleitet mich bereits seit 8 Jahren in meinem Kopf und nimmt immer größere Formen an. Aber auch hier spreche ich gesellschaftskritische Themen an, nur übertragen in eine andere Welt und eine andere Zeit. Wer wünscht sich nicht selbst manchmal magische Fähigkeiten? Mit Büchern kann ich sie haben.

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10. Hast du Tipps für Hobbyschreiberlinge?

Wo soll ich da nur anfangen? Wer Probleme hat ein Buch zu beenden, dem hilft es vielleicht anderen davon zu erzählen. Sich Gleichgesinnte suchen, um sich gegenseitig zu motivieren. Sucht euch Leute, die euch Feedback geben, um zu lernen. Macht euch bewusst, warum ihr schreibt und was ihr damit erreichen wollt. Am Anfang zählt erstmal nur, wirklich etwas zu Ende zu bringen. Das ganze Handwerk lernt man mit der Zeit. Fangt vielleicht mit Kurzgeschichten an. Die wirken weniger erschlagend, als direkt ein riesiges Romanprojekt. Glaubt an euch und euren Traum. Habt Spaß dabei und seid auch mal stolz auf euch selbst und das, was ihr bereits zu Papier gebracht habt.

Thema Backpacking

1. Was bedeutet Backpacking für dich?

Vor allem eins: Herausforderungen. Ich bin ein ziemlich ängstlicher Mensch. Und Backpacking ist spontan, aufregend, abenteuerlich. Nichts, was ein ängstlicher Mensch gut vertragen kann. Aber ich hasse es Angst vor Situationen zu haben, die andere locker meistern. Deshalb bedeutet es auch Wachstum. Es bietet den Raum sich selbst zu entwickeln dank der Situationen, die es zu meistern gilt und der Menschen, die einen ein Stück weit auf dem Weg begleiten. Backpacking heißt auch einmal seine Komfortzone zu verlassen. Sich auf Menschen, Kulturen, Länder und Situationen einzulassen. Offen zu sein und zuzuhören.

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2. Wie sah deine Reise um die Welt aus, magst du uns eine kleine Reiseführung geben, welche Orte/Länder hast du bereist?

Angefangen habe ich mit einem Stopover in Dubai und einem der höchsten Gebäude der Welt, bevor es ans fast andere Ende der Welt ging (Wenn man von Deutschland aus einen Tunnel durch den Erdmittelpunkt graben würde, würde man irgendwo im südpazifischen Ozean und nicht in Australien landen). Vom Land der No-worries ging es ins Kiwiland (nein, ich habe keinen Kiwi gesehen. Nur Wekas, die Mülltüten klauen). In Neuseeland habe ich viel Zeit bei Gastfamilien verbracht. Auf einer Alpakafarm gearbeitet (ein Schwangerschaftstest bei Alpakas ist ziemlich lustig. Spuckt das Weibchen das Männchen an, ist sie schwanger. Wenn nicht: Die nächste halbe Stunde hast du frei), einen Hundewelpen auf einer Dairy Farm trainiert und eine Küche renoviert bei einer Familie, die einen Pudel hatte, der dachte, er sei eine Katze. Danach ging es nach Hawaii – ein großartiges Abenteuer mit wenig Schlaf, bis hin nach LA, die Westküste der USA hoch nach Kanada. Zurück flog ich über Südostasien.

3. Welche Orte auf deiner Weltreise haben dich besonders geprägt?

Die Gastfreundlichkeit der Kanadier, die Gelassenheit der Australier, aber auch die Offenheit der Hawaiianer haben mich nachhaltig beeindruckt. Es sind nicht unbedingt die Orte die man sieht, sondern die Menschen denen man begegnet, die einen Ort erst besonders machen.

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4. Würdest du es wieder tun?

Wie in Frage zwei zu sehen ist: Ich habe für 8 Monate sehr viele Orte zu Gesicht bekommen. Ich würde gerne nochmal losziehen. Allerdings etwas langsamer. Die vielen Erlebnisse müssen erstmal verarbeitet werden, weshalb ich sogar früher von der Weltreise zurückgekommen bin, als geplant. Vielleicht würde ich in Zukunft auch mal für ein Jahr an einem Ort bleiben. Was ich aber auch tun würde: Nachhaltiger Reisen. In dem Jahr bin ich eindeutig mehr geflogen, als unserer Umwelt gut tut. Deshalb habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, kein Flugzeug zu nutzen (dank Corona keine Herausforderung mehr). Vor Ort reise ich meistens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Mitfahrgelegenheiten, da man die Menschen nochmal auf eine andere Weise kennenlernt.

5. Hast du Tipps für meine Leser zum Thema Backpacking, planen oder einfach in den Tag hinein leben und reisen?

Ein bisschen planen sollte man schon. Nicht, dass man plötzlich die Einreise verweigert bekommt, weil man das Visa nicht ordentlich beantragt hat (nein, ich spiele nicht auf ein bestimmtes Buch an :-P). Außerdem kann eine vorzeitige Buchung einiges an Kosten sparen. Aber mit zu viel Planung verbaut man sich Chancen, die sich ergeben. Weshalb ich in den Rocky Mountains sehr froh war, dass wir unser Zelt dabei hatten und einfach dort bleiben konnten, wo es uns gefiel. Der Yoho Nationalpark war zum Beispiel nur als Abstecher für einen Tag geplant, stattdessen blieben wir ähnlich wie Maddy ein bisschen länger.

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Vielen lieben Dank April für dieses wundervolle Interview, es hat mir sehr viel Spaß gemacht deine Antworten sowie dein Buch zu lesen.

Ihr habt die Blogtour verpasst? Nicht traurig sein, alle Beiträge findet ihr nochmal gebündelt auf der Website von April Wynter. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Stöbern.